Clickertraining für Katzen & Anfänger |Grundlagen + 11 Tipps

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Eine weitere Methode um Katzen zu erziehen und ihnen etwas beizubringen ist das „Clickertraining“. Die Clicker-Grundlagen (Einstieg, Anleitung, Tipps & Vorteile) und wofür es überhaupt benötigt wird, erfährst du in diesem Blogbeitrag.

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Clickertraining

Die Methode wurde erfunden, um Delfinen etwas beizubringen. Mittlerweile wird sie auch bei Pferd, Hund oder Katze eingesetzt.

Ein Clicker, ist ein kleines Plastikteil, das durch drücken ein „Klick Geräusch“ erzeugt.  Das Geräusch soll eine gute Tat,  positiv verstärken. Du gibst deiner Katze mit einer guten Tat eine Belohnung. Sie hat ein Erfolgserlebnis und wird die gute Tat öfter versuchen. Der Trick dahinter ist es, Katzen immer dann positiv zu belohnen, wenn sie etwas Richtiges machen.

Ein Beispiel: Katze kratzt am Sofa. Du nimmst sie vom Sofa weg und sagst sowas wie „Nein!“. Wenn deine Katze jetzt an einer richtigen Stelle, wie Kratzbaum kratzt, bekommt sie dafür ein Leckerli und gleichzeitig das Klick-Geräusch zu hören.

Wenn du das öfter wiederholst, merkt sich die Katze, das sie eine Belohnung bekommt, wenn sie am Kratzbaum kratzt und keine Belohnung am Sofa. Es wird also uninteressant am Sofa zu kratzen und viel „leckerer“ an der richtigen Stelle zu kratzen.

Der Clicker dient als Hilfsmittel, um das „Erfolgserlebnis“ zu verstärken.

Vorteile vom Clickertraining

  • Zusätzliche Verstärkung: Klick –> Etwas machen = Leckerli
  • Bindung zwischen dir und Katze wird gestärkt
  • Ein Vertrauen wird aufgebaut
  • Kein Einsatz von Gewalt, der Katze soll es Spaß machen
  • Immer das gleiche Geräusch. Katzen haben ein gutes Gehör, sodass sie leichte Unterschiede in der Menschlichen Stimme wahrnehmen können, sodass eine Konditionierung auf ein Wort schwieriger ist.
  • Geistige Forderung 
  • Gegen Langeweile, deswegen gut für Hauskatzen geeignet

Ab wann mit dem clickern anfangen? Welches Alter?Auch für Ältere?

Jede Katze kann es erlernen.

Zu junge Katzen sind allerdings von vielen anderen Eindrücken und Geräuschen oft zu sehr abgelenkt.  Sie müssen sich erstmal an die neue Umgebung  und an Menschen gewöhnen und bestimmte Fähigkeiten entwickeln. Kurz gesagt sind sie mit anderen Dingen beschäftigt, sodass das Clickertraining sich als schwierig erweist, sodass man erst noch etwas warten sollte.

Ältere Katzen sind unter Umständen weniger beweglich und das lernen kann schwerer fallen. Da braucht man sehr viel Geduld und sollte sie nicht überfordern. Wenn es nicht funktioniert, sollte es nicht erzwungen werden.

Clickertraining eine Anleitung: Die ersten Schritte:

  • Einen Clicker für Katzen kaufen:

    Bitte wähle einen Klicker der für Katzen geeignet ist, einige sind zu laut und können Katzen erschrecken.

    Falls du schon einen hast, der eigentlich für andere Tiere gedacht ist, kannst du ganz leicht testen, ob er auch für Katzen geeignet ist. Dazu beobachte deine Katze, wie sie beim Clickern reagiert. Falls sie merklich zurückschreckt und Angst zeigt, dann nehme bitte einen Anderen.

    Eine einfache Alternative ist ein Kugelschreiber. Bitte dann immer denselben verwenden, sodass auch immer das genau gleiche Geräusch entsteht. Katzen können feine Unterschiede hören, die für Menschen nicht hörbar sind bzw. nicht wahrgenommen werden.

  • Clickertraining Schritt 1: Katze den Clicker zeigen: Klassische Konditionierung

    Wie in der >> ultimativen Anleitung zur Katzenerziehung erwähnt, lernen Katzen durch Verknüpfungen. Sie merken sich kurze Verknüpfungen, wie Click = Leckerli. Diese Verknüpfung muss du nun zunächst herstellen. Deine Katze muss verstehen, dass es nach dem Clickgeräusch eine Belohnung gibt.

    Wie zeigt man ihr das?

    Setzte dich vor deine Katze. In der einen Hand hältst du einen Leckerli und in der anderen Hand den Clicker. Jetzt drückst du auf den Clicker und gibst deiner Katze sofort, innerhalb der nächsten Sekunde, einen Leckerli. Diesen Vorgang wiederholst du mehrmals am Tag.

    Katzen lernen unterschiedlich schnell. Ob sie es verstanden hat, kann leicht überprüft werden. Du gibst den Leckerli nicht sofort nach dem Klickern, sondern wartest paar Sekunden länger. Wie reagiert deine Katze? Fordert sie dich auf einen Leckerli rauszurücken? Wenn ja hat sie es verstanden und wir können zum nächsten Schritt gehen.

  • Clickertraining Schritt 2: Die Operante Konditionierung: Die Verknüpfung erweitern

    Nun haben wir eine einfache Verknüpfung hergestellt: Click = Leckerli. Diese Verknüpfung erweitern wir jetzt zu: Verhalten + Click = Leckerli. Ein Beispiel: Deine Katze soll am Kratzbaum kratzen: Wenn sie es macht, klickst du und gibst ihr ein Leckerli. Wenn du diese Übung widerholst, wird sie es sich merken, abspeichern und gerne wiederholen, weil sie eine Belohnung erhält. Sie lernt, das sie von sich aus aktiv werden muss, um etwas zu bekommen.

  • Clickertraining Schritt 3: Übung ausbauen

    Nun versuche deine Katze hinaus zu zögern, indem du die Belohnung nicht sofort hergibst. Warte ein paar Sekunden länger. Nach einiger Zeit und Übungseinheiten kannst du dann noch länger warten. So kannst du deiner Katze zum Beispiel beibringen länger auf zwei Beinen zu „stehen“.

  • Clickertraining Schritt 4: Ein Kommando einführen

    Trainiere solange bis sie die Übung wirklich verstanden hat. Erst wenn deine Katze die Übung komplett beherrscht, führe Kommandos ein. Das Kommando erlernen ist nicht leicht und erfordert etwas Fingerspitzengefühl. Wichtig ist der Zeitpunkt, sage das Wort in dem Moment, wo deine Katze das Verhalten ausführt. Und dann heißt es üben, üben, üben.

  • Clickertraining Schritt 5: Ohne Clicker die Übung ausführen

    Einige Übungen können sie auch ohne ständige Belohnung ausführen. Versuche langsam deine Katze zu entwöhnen. Gib ihr nicht jedes Mal ein Leckerli oder ein Klick. Wichtig dabei: Katzen sind so schlau, das sie sich Reihenfolgen merken können. Das heißt, wenn du nur jedes zweite Mal ein Leckerli gibst, merkt sich die Katze das und reagiert dann auch nur jedes zweite Mal 😉 Also unregelmäßig handeln.

11 Tipps für das Clickern:

  • Wähle einen ruhigen Ort
  • Wenig Ablenkung durch Geräusche
  • Zeitpunkt des Trainings: Trainiere wenn deine Katze es will! Katzen haben ihren eigenen Kopf, wenn du sie aus den süßen träumen weckst, sie völlig müde oder ausgehungert ist, ist es logischer Weise kein guter Zeitpunkt.
  • Fange mit einfachen Dingen an, steigern kann man sich immer.
  • Leckerli wählen der sehr gerne gefressen wird –> Größere Belohnung
  • Überfordere deine Katze nicht, mache genügend Pausen.
  • Eine Übung nach der anderen. Nicht zwei gleichzeitig einüben, das führt zur Verwirrung und Desinteresse
  • Nicht labbern, rede nur so viel wie nötig um deine Katze nicht zu verwirren, der Befehl reicht.
  • Keine Gewalt und kein Anschreien, sonst wird die Verbindung Angst + Click hergestellt. Deine Katze wird dann nichts mehr machen.
  • Geduld haben. Auch einfache Tricks oder der 1. Schritt können Wochen dauern
  • Übe ohne Katze die Handhabung. Um die Katze in die gewünschte Position zu bringen kann eine Katzenangel helfen. Also drei Dinge: Clicker, Leckerli, Katzenangel, in 2 Hände zu halten und rechtzeitig zu bewegen will geübt sein. Es recht, wenn du wie ich, dann noch versuchst nebenbei ein Foto zu schießen. Wenn du keinen Pelikan parat hast, der die Leckerlies rechtzeitig ausspuckt, sollte man vorher darüber nachdenken 😉

Tipp: Ein Tagetstab mit integrierten Clicker, ist hier Goldwert. Der Tagetstab ist ein Stab, ähnlich wie eine Katzenangel, wo im Griff ein Clicker eingebaut sein kann. Ein über die Katze positionierter Tagetstab, animiert die Katze zum Beispiel Männchen zu machen.

Zwei Katzen gleichzeitig trainieren?

Mehreren Katzen das Clickern, gleichzeitig zu zeigen, ist nicht ganz einfach. Zunächst sollten beide getrennt an das Clickertraining gewöhnt werden. Am besten verwendet man auch zwei Clicker mit unterschiedlichen Klick-Geräuschen. Für jede Katze ein eigenes Geräusch.

Miriam von Katzen-Fieber.de zeigt euch, wie sie es schafft mit drei Katzen zu clickern: Clickern mit mehreren Katzen.

Erziehen ohne Clickern möglich?

Ja, wir haben eine ultimative Anleitung erstellt, mit der du deine Katze ganz ohne den Einsatz von Clickern erziehen kannst. Bei Kunststücken und komplexeren Aufgaben ist ein Clicker sinnvoll bzw. erleichtert enorm den Vorgang deiner Katze etwas beizubringen. Ich versuche Pfötchen etliche Dinge beizubringen und präsentiere es mit Hilfe leicht verständlichen Schritt für Schritt Anleitungen, wie ich es geschafft habe.

>> Katzen erziehen die ultimative Anleitung

>> Katzentricks zum Nachmachen, Schritt für Schritt Anleitungen von Anfänger bis Profi

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